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Rechtsseitig ist die „Wägung“ mit der Einheit Promille genannt. Diese Zahl bezieht sich auf die Gewichtungsinformation, die angibt, welcher Ausgabenanteil vorliegt. Da die Güterarten „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe / 259,25 Promille“, „Verkehr / 138,22 Promille“, „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke / 119,04 Promille“ so wie „Freizeit, Unterhaltung, Kultur / 104,23 Promille“ mit relativ vielen Ausgabenanteilen verbunden sind, fällt die Wägung relativ hoch aus. Zugleich ist z.B. die Güterart „Bildung“ niedrig angesetzt, weil sie weniger Ausgabenanteile einfordert. Die Festsetzung des „Wägungsschemas“ erfolgt alle 5 Jahre. In den nachfolgenden Zeilen der tabellarischen Auflistung werden 700 konkrete Produkte der jeweiligen Güterarten mit Wägungen aufgeführt. Zu den Produkten zählen auch Dienstleistungen. Beim Preisvergleich sind sowohl Qualitäts- als auch Mengenänderungen erfasst und bewertet. (20)
Die Feststellung der Teuerungsrate umfasst nunmehr 3 Kriterien: Das sind die 700 feinabgestimmten Güterarten, deren Teuerungsrate zum Vormonat bzw. zu Vorjahr und die Gewichtung nach dem Wägungsschema der Produkte. Zudem findet eine ständige Prüfung der Preisentwicklung statt, vorwiegend automatisiert. Das Wägungsschema wird dagegen alle 5 Jahre justiert und ist über Jahre hinweg nicht auf dem neusten Stand.
Zunächst ist festzuhalten, dass es zur repräsentativen Erfassung der Teuerungsrate eine Unmenge von Daten zu sichern gibt, wobei vorerst noch kein Durchschnittswert gebildet wird. Dieser kommt erst dann zustande, wenn die einzelnen Positionen nach Vorgabe des Wägungsschemas korrigiert sind. Die Arbeit des Statistischen Bundesamtes „(…) ist durch Bundesgesetze geregelt. Das heißt auch, dass jede einzelne Statistik für Bundeszwecke ein Bundesgesetz als Rechtsgrundlage hat“. (21)
Kaufkraftverlust und „gefühlte Inflation“
Obwohl von offizieller Seite immer wieder von einer stabilen bis steigenden Kaufkraft die Rede war, (22) so zeigt nun auch - bei genauem Hinschauen - die Cloppenburger Innenstadt zunehmend die hässliche Fratze ihres Niederganges. Gleichzeitig heißt es in allen dpa-Medien: „Die Inflation im Euroraum lag im Dezember wieder beim EZB-Ziel von zwei Prozent. Das beruhigt die Geldpolitiker. Der Preisdruck nimmt weiter ab“. (23)
Trotz aller Beschwichtigungen und den damit statistisch einhergehenden Daten, wird die aktuelle Inflationsrate von den betroffenen Bürgern als viel höher Empfunden, als sie in Wirklichkeit ist. Die aber stellt– wie soeben festgestellt - gar nicht das Problem vieler Privathaushalte dar. Privathaushalte leiden inflationsbedingt vielmehr unter massivem Kaufkraftverlust, den sie mit der Inflation gleichsetzen. In diesem Fall spricht man – oft herabwürdigend - von der „gefühlten Inflation“, die mit den statistisch ermittelten Werten gar nicht übereinstimme.
Indem die Inflationsrate offensichtlich als alleiniger Maßstab zu gelten hat, werden die Sorgen der Menschen einfach beiseite gewischt. Mit den stetigen Hinweisen von Politik und Medien, die Inflation sei „rückläufig“, „stagnierend“, „nur schwach gestiegen“ sowie „doch gar nicht so problematisch wie gefühlt“ - als sei alles in Ordnung -, wird weiter öffentlich Unverständnis, Entrüstung und Wut über solche Hinweise geschürt. Die Menschen fühlen sich von der Politik nicht verstanden. Anstatt die Inflation zum absoluten Maßstab finanzpolitischen Maßnahmen zu machen, sollte es vielmehr der Kaufkraftverlust für den überwiegenden Teil - also 90 Prozent- der Bevölkerung sein, den es herauszustellen gilt. Das aber ist anscheinend nicht gewollt, somit medial unterbelichtet Es lässt sich einfacher mit der allgemeinen Inflation argumentieren, denn die ist weniger kompromittierend und lässt Kritik nur zu elegant abblitzen.
So wird weiter von „gefühlter Inflation“ gesprochen, die nicht selten die statistische Inflationsrate um das Mehrfache übertrifft. Finanzstatistische Erhebungen führen zu Ergebnissen, die mit relativen Zahlen beschrieben werden, um das „Ganze“ für verschiedene Zwecke zu erfassen. Doch das „Ganze“ kann niemals das „Individuelle“ sein, sondern nur eine anonyme Schnittmenge aller Erhebungsdaten. Bei solchen Erhebungen geht es nicht selten um handfeste Interessen, die nicht nur an verzerrten Präsentationen erkennbar sind. (24) Wenn also das Statistische Bundesamt (Destatis) bestimmte Veröffentlichungen über die aktuellen Rekordinsolvenzen stoppt, kann das nur für Aufruhr sorgen. (25) Nunmehr besteht öffentlich Zweifel daran, dass diese Behörde wirklich unabhängig arbeitet. (26) Ist sie etwa doch weisungsgebunden?
Diese Methoden bleiben medial stark unterbelichtet. Zweifel am korrekten Zustandekommen der ermittelten Werte werden vehement als rechte Verschwörungstheorie dahingestellt. Dennoch wächst das öffentliche Misstrauen hinsichtlich vieler statistisch geprägter Expertisen. Deshalb sollte sich auch keiner darüber wundern, dass vielerorts das Bauchgefühl die Fakten ersetzt. Schließlich unterliegt Statistik (27) einer streng wissenschaftlichen Orientierung, welche äußerst ausgeklügelte Mechanismen - u.a. in Form mathematischer Gesetzmäßigkeiten - zur Anwendung bringt. Hierzu zählen auch Fehlertoleranzen. Doch von Letzteren hört man zu gut wie gar nichts.
Ungleiche Einkommen und Vermögen in einem Topf
Viele Menschen sind von der enormen Teuerungsrate sehr hart getroffen. Heizen, Lebensmittel und Mieten belasten gerade geringe Einkommen, während Familien mit höheren Einkommen weniger Probleme damit haben. Und da „(…) zehn Prozent der reichsten Deutschen (…) mehr als die Hälfte des Nettovermögens [besitzen]“, (28) welches zumeist mit einem hohen Einkommen einhergeht, ist der Wohlstand in Deutschland sehr ungleich verteilt: Es gibt demnach deutlich mehr mittellose bis arme als reiche Familien. Bei dem Bevölkerungsanteil mit einem eher niedrigen Einkommen hat die viel gepriesene Inflationsrate rein nichts mit der wirtschaftlich individuellen Lebensbedingung zu tun. Das betrifft im Übrigen auch Familien mit mittlerem Einkommen. Die Teuerungsrate schlägt nun auch hier knallhart zu.
„Zur Mittelschicht gehört, wer als Single ein Nettoeinkommen von mindestens 1.850 Euro im Monat hat. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Ab 5.780 Euro gelten Singles als einkommensreich.“ (29) „10 Prozent der Beschäftigten verdienten 2024 mehr als 97.680 Euro“, die unteren 10 Prozent weniger als 32.525 Euro. (30) Somit liegt der mittlere Einkommensbereich bei 80 Prozent. In welchem Maß der obere Einkommensbereich die Inflations-Statistik drückt, ist äußerst schwierig vorhersehbar. Wenn es zwar Jahr für Jahr einen Armutsbericht, aber keinen Reichtumsbericht in absoluten Zahlen gibt, wie sollen dann repräsentative Ergebnisse in relativen Zahlen glaubwürdig zustande kommen? Ob dann das geplante Vermögensregister (31) dazu dienen soll, dieses Informationsdefizit auszugleichen, bezweifeln viele Kritiker. Schließlich erstickt Deutschland förmlich an der sich auftürmenden Schuldenlast.
Die Kritiker vermuten vielmehr, dass das Register der Neuauflage des 1952 verabschiedeten Lastenausgleichsgesetzes (32) einen kräftigen Schub geben soll. Und das unausweichlich ehrlich, wobei mittlerweile eindrucksvoll demonstriert wurde, dass Bankschließfächer keinesfalls sichere Vermögensverstecke sind. Nachtigall, ick hör dir trapsen! Zumindest sind immer irgendwo Währungsreserven an diskreten Orten zu finden. Ob das überdimensionale Schließfach USA die erforderlichen Sicherheitsstandards überhaupt noch erfüllt, bleibt abzuwarten. „Auch wenn die Bundesbank als Verantwortliche für den Staatsschatz es nicht hören mag, sollte er doch zumindest in größeren Teilen aus den USA abgezogen werden“. (33) Haec cogitatio mihi nunc secretum manebit.
„Nach einer Berechnung der DZ Bank ist das private Geldvermögen im Jahr 2025 auf mehr als zehn Billionen Euro angestiegen“. (34) Damit fielen bei 82 Millionen Einwohnern in Deutschland statistisch betrachtet ca. 120.000 Euro pro Einwohner an. Auch das hat mit den wirtschaftlich individuellen Lebensbedingungen vieler Einwohner nun nichts zu tun! Das private, aber stark ungleich verteilte Geldvermögen kann aber nur erfasst werden, wenn es auf einem Bankkonto verbucht ist. Das Geldvermögen, welches in Bankschließfächern gebunkert ist, bleibt in der Regel statistisch unberührt. (35) Die Inflationsrate könnte demnach noch niedriger ausfallen. Aber vielleicht gibt es statistisch verwertbare Schätzungen über die versteckten Vermögenswerte. Auch damit wäre die sehr niedrige Inflationsrate erklärbar.
„(…) das verfügbare Einkommen pro Person im Landkreis Vechta [liegt] nun bei durchschnittlich 24.206 Euro. Hurra! Das ist erkennbar mehr als im Niedersachsen-Mittel (22.812 Euro). Und nicht nur das: Der Wert liegt nun auch erstmals über dem Bundesschnitt (23.706 Euro). Der Landkreis Cloppenburg (22.284 Euro) rangiert nicht mehr weit unterhalb des Landesdurchschnitts“. (36) Wenn in der Region des Oldenburger Münsterlands also das gemittelte Einkommen von Kindern und Erwachsenen zusammen bei ca. 23.000 Euro pro Kopf liegt, hat auch dies mit der wirtschaftlich individuellen Lebensbedingung der meisten Familien nichts zu tun. Ein Haushalt mit zwei Kindern verfügt nur selten über ein Brutto-Einkommen von 92.000 Euro, welches im oberen 10 Prozent-Bereich anzusiedeln ist. Familien haben oft ein prekäres bis geringes Einkommen, während privilegiertere Familien in der Regel ein hohes haben. Wäre zudem noch ein Multimilliardär mit geschäftlichen Ambitionen im Oldenburger Münsterland wohnhaft und alle übrigen Einwohner hätten jeweils kein Einkommen, so wäre das gemittelte Einkommen möglicherweise dasselbe oder sogar höher! Besonders Letzteres hat mit der Lebenswirklichkeit gar nichts zu tun.

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Die Steuermechanismen der Inflation
Wer jetzt noch denkt, die Ermittlung der Inflation als statistische Größe sei unverfänglich und ein Vorgang ohne jegliche Gestaltungsmöglichkeit, der irrt. Allein die Tatsache, dass ein jährliches Inflationsziel von 2 Prozent angestrebt wird, lässt vermuten, dass es gewisse Steuerungsmechanismen geben muss. Der Mechanismus schließt die „Preistreiber“ und die darauf folgenden Mitnahmeeffekte mit ein, die es auszutesten gilt. „Edeka, Rewe, Lidl und Aldi dominieren laut einem aktuellen Gutachten mehr denn je den deutschen Lebensmittelmarkt. Das hat gravierendste Folgen für Verbraucher (…)“ (37) hinsichtlich der Lebensmittelpreise. Die Ökonomie besagt: Ohne Konkurrenz keine Rabatte!
Externe Steuerung
Weit mehr Einfluss auf die Inflationsgestaltung hat die Europäische Zentralbank (EZB). „Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Organ der Europäischen Union. Sie ist die 1998 gegründete gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion und bildet mit den nationalen Zentralbanken (NZB) der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken (EZB) (38) Das aber in Abhängigkeit „(…) der Federal Reserve Bank oder Fed (…) [Diese ist die] Zentralbank der Vereinigten Staaten, die die Aufsicht über monetäre und finanzielle Stabilität hat“. (39)
International aufgestellt ist die International Monetary Fund (IWF), u.a. mit der Hauptaufgabe, „Kredite an Länder ohne ausreichende Währungsreserven, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind“, zu vergeben. (40) Dass solche Kreditvergaben durch EZB, FED oder IWF nach der Devise „Alles muss raus“ abzuwickeln sind, zeigte bereits die Vergangenheit. (41) Schuldenbedingte Austeritätspolitik hält noch immer viele ärmere Nationen in Abhängigkeit. Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang von „Neokolonialismus“. (42)
Das Justieren der Inflationsrate erfolgt demnach durch Feinabstimmung Kreditvorgaben, Zinsvorgaben, Geldmengenbeschlüsse, Vergaben von Staatsanleihen und über die Einführung des Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer Systems (TARGET). (43) Alles mit dem Risiko, dass die ständigen Exzesse der Geldvermehrung frisch aus dem Drucker - Fiatgeld, Geld ohne Deckung - (44) das Finanzsystem jederzeit und unerwartet zum Einsturz bringen können. (45) Mögliche Folgen sind nur allzu bekannt: Banken-Crash, Börsen-Crash, Banken dicht, keine Bargeld-Auszahlungen an die Sparer! (46)
Das angestrebte Inflationsziel hat sowohl einen Nachteil als auch einen Vorteil. Zum einen schwächt es die Wirtschaft durch steigende Preise, zum anderen reduziert es die massiven Schuldenberge über Jahre hinweg bis hin zu „Peanuts-Beträgen“. Auch wenn sich Wirtschaftswachstum (47) ausschließlich am monetären Wert des Bruttoinlandproduktes orientiert, bleibt ihr inflationsbedingter Einfluss ausgeschlossen, da Wirtschaftswachstum zunächst inflationsbereinigt in die Statistik einfließt.
Als Grundlage -100 Prozent – gilt das Jahr 2010. Das reale Bruttoinlandprodukt ist inflationsbereinigt, das nominale Bruttoinlandprodukt nicht. Die Medien machen in der Regel keinen Unterschied zwischen diesen unterschiedlichen Ansätzen. Um die Ursachen der Teuerungsrate allumfassend zu verstehen, ist dieser Unterschied jedoch von grundlegender Bedeutung.
Interne Steuerung
Letztendlich bleibt festzustellen, dass Inflation nicht einfach vom Himmel fällt, sondern extern durch Banken und Vermögensverwaltungen steuerbar ist. Dass damit die Kaufkraft der Bevölkerung zwangsläufig sinkt, stagniert oder steigt, wurde bereits eingehend erläutert. Ebenfalls genannt wurden Daten, die im Unklaren bleiben, weil der Bundesbehörde DESTATIS repräsentative Erhebungen fehlen. Letztere – wie auch die Daten über verborgene Vermögenswerte - können nur geschätzt werden, wodurch möglicherweise interne Steuerelemente zur „Gestaltung“ der ermittelten Inflationsrate offen zutage treten.
Zu der Auswahl von Variablen gehört das Wägungsschema, welches alle 5 Jahre von der Bundesbehörde DESTATIS an die realen Verhältnisse angepasst wird. Ausgedrückt durch Promille-Werte, die in die Warenliste Eingang findet. Dass dieses Schema zuletzt auf Schätzungen beruhen muss, kann nicht ernsthaft bestritten werden. Mit der 5-jährigen Anpassung aber werden mögliche Veränderungen in der Zwischenzeit verkannt. Dass sich das Kaufverhalten durch sinkende, aber auch steigende Kaufkraft stark verändern kann, darf nicht ausgeschlossen werden. Einmal leisten sich die Kunden weniger, bei anderen Gelegenheiten mehr. Bei den Güterarten „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“, „Verkehr“, „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ so wie „Freizeit, Unterhaltung, Kultur“ verschieben sich somit die Gewichtungen. Nun ist angewendete Wägungsschema ist nicht mehr das Spiegelbild der aktuellen Kaufgewohnheiten. Die Verhältnisse sind andere und müssen sich statistisch nicht unbedingt zum Positiven ausgleichen!
Wenn aber nun z.B. Standart-Joghurtbecher mit weniger Inhalt gefüllt sind und das gleiche wie zuvor - mit mehr Inhalt - kosten und der Kunde den Unterschied nicht bemerkt, so spricht man von verdeckter Inflation. (48) Eigentlich sollte man so etwas Betrug nennen. (49) Offiziell spricht man lieber von „verdeckter Inflation“. Hierunter versteht man in der Regel versteckte Gebühren und Entgelte, somit auch versteckte Preiserhöhungen, die mit dem Begriff „Shrinkflation“ beschrieben werden.
Nicht außer Acht lassen darf man allerdings die Produkte, die auf Kurz oder Lang verbilligt haben. Z.B. ist Butter im Vergleich zu den Vormonaten deutlich billiger geworden. Inwieweit diese kompensatorischen Effekte nennenswert einfließen, hängt davon ab, wie schnell das vom Bundesamt DESTATIS wahrgenommen wird. Bei Butter mag das sehr auffällig sein, (50) wobei „Shrinkflation“ in all ihren Ausmaßen nur zeitverschoben erfassbar ist. (51) Eine Kennzeichnungspflicht, die auf eine Shrinkfaltion hinweisen könnte, gibt es nämlich nicht.
Statistisch gefasste Ergebnisse, die Unsummen von Daten zur Grundlage haben, sind stets begleitet von Fehlertoleranzen. Nach eigenen Angaben arbeitet die Bundesbehörde DESTATIS zwar an einer „Fehlerbeseitigung“. Damit ist die Korrektur der eingehenden Daten von 700 Produkten gemeint, die zusammen mit den Wägungsdaten jeweils Fehlertoleranzen beinhalten, wobei diese sich summieren. Nach Ermittlung statischer Auswertungen ist jedoch nicht die Rede von Fehlertoleranzen (52) Dasselbe gilt im Übrigen auch bei der Feststellung von Wahlergebnissen durch die jeweiligen Wahlleiter. Es wirkt nicht besonders überzeugend, warum irgendeine Partei genau bei einer fehlenden Stimme oder mehreren (bei einem Zehntausendstel Differenz), nicht in ein Parlament einziehen darf. (53) Sowohl Wahlergebnisse als auch Inflationswerte haben politische Relevanz. Das in einem regelbasierten, aber nicht selten fachwissenschaftlich fragwürdigen Laiensystem mit fraktionsdisziplinierender Ausrichtung. Ergebnisse aus Millionen von Daten als etwas unantastbar Reales auszuweisen, obwohl Auszählfehler - also Fehler bei der Erfassung von Daten - zum menschlichen Alltag gehören, zerstört Vertrauen in ihren Grundfesten!
Für wenig vertrauensbildend wirkt auch die verzögerte Veröffentlichung von Daten, die ein Abbild des niedergehenden Wohlstandes sind. Gerade in einer Zeit, in der sich Deutschland in einer der schwersten Wirtschaftskrisen ihrer Geschichte befindet, in der im letzten Jahr mehr als 17.000 Unternehmen pleite gegangen sind, in der die Insolvenzwelle weiter Fahrt aufnimmt und mehr als 170.000 Jobs zur Disposition stehen, kommt eine solche Korrektur nicht gut an. Das sorgt berechtigterweise für viel Aufruhr, denn diese Korrektur beeinflusst die Statistik erheblich. Das wohlgemerkt zum Positiven!
Zuletzt bleibt etwas viel Banaleres übrig
Die offizielle Inflationsrate ist derber Kritik ausgesetzt. Der Laie kann zwar keine Rechenfehler oder Widersprüche in den Datenmengen erkennen. Dennoch erweckt die veröffentlichte Inflationsrate einen Eindruck, ein Bauchgefühl oder eine Irritation, wobei die Worte fehlen. Und genau dieses Gefühl bringt viele Menschen dazu, an das zu zweifeln, was die stets optimistischen und damit realitätsfernen Beiträge der Medien von sich geben.
Dennoch gibt es keine Rechenfehler Es sind vielmehr die kleinen Feinheiten, die Statistiken nicht unerhebliche Spielräume gewähren. Zuletzt bleibt etwas viel Banaleres übrig, wobei klar werden sollte, dass der z. Zt. hohe Kaufkraftverlust des Großteils der Bevölkerung die Frage aufwirft, wie es mit dem eigenen Wohlstand bestellt ist. Der sinkt nämlich und das Ende der Fahnenstange ist noch immer nicht in Sicht. „[Die] Inflation ist hartnäckiger als erhofft“, (54) heißt es lapidar.
Da können schon gar nicht die abstrakten Rechenoperationen und deren Ergebnisse von DESTATIS beruhigen. „Ich sorge mich um die Zukunft unseres Landes“, sagt der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. (55) D
Dieser Ansicht folgen nun immer mehr Menschen. Auf was genau steuern Deutschland und seine Politiker eigentlich zu?
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Die Quellen finden Sie hier:
QU-INFL
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