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Leiste-H-01

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Wahlwerbung nach Manier der Quantentheorie

 

Die Holzmann-Masche

 

Schröders Katze ist tot und lebendig zugleich

 

HFB-26-07-20

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Deutschlands Wirtschaft geht es schlecht. Auf der Tagesordnung stehen sinkender Wohlstand, Insolvenzen und Werksschließungen. Man wolle Russland (Russische Föderation/ RF) wegen des „unprovozierten Angriffs“ auf die Ukraine in die Knie zwingen, tönt es sowohl aus Politik und Medien. Tagein tagaus wird dieses Feindbild lautstark gepflegt. Zusammen mit dem Feindbildern von Trump, von China und nicht auch zuletzt von der AfD. Nicht zu vergessen auch die Pflege des Irans als solches, der mit Krieg konfrontiert ist, bei dem der inflationäre Ausdruck des „unprovozierten Angriffs“ medial vollkommen unter den Tisch gefallen ist. Die Doppelmoral macht es möglich, Ursache und Wirkung beliebig zu vertauschen. Schröd[ing]er lässt grüßen! (01)

Nun ist neben dem Kampf in der Ukraine und dem am Golf Wahlkampf der besonderen Art angesagt. Die Politik versucht, wirtschaftlich das zur retten, was noch zu retten ist. Mit Hilfe der Hoffnung, die zuletzt stirbt. Im Mittelpunkt der amtierende Ministerpräsident Olaf Lies, der nach Manier der Quantentheorie VW und der Welt helfen möchte. Ob die Katze in der geschlossenen Kiste letztendlich tot oder lebendig ist, weiß keiner. Dieser fiktive Ansatz aber bietet Raum und Zeit als Einheit zu betrachten, wobei Ursache und Wirkung vertauschbar sind. Zur Beschreibung der realen Welt taugt das allerdings nicht. Möglichen Lösungsansätzen, um VW und vielleicht die gesamte deutsche Autoindustrie wieder anzuschieben, fehlen somit die ökonomischen Grundlagen. Deshalb werden sie nicht überzeugen können.

Seit langem stehen Sanktionen gegen die Russische Föderation auf Deutschlands Tagesordnung und auf der der Europäischen Union. Dass diese Sanktionen nun gewaltig zurückgeschlagen sind und besonders die deutsche Wirtschaft auf allen Ebenen mittelbar durch den Wegfall günstiger Energie auf die Knie gezwungen hat, wird nur phänomenologisch erfasst. Also aus einer unmittelbaren, subjektiven Lebenserfahrung vieler Menschen, für die es dann keine ursächlichen Zusammenhänge mehr zu geben scheint. „Bildung und Denkfähigkeit sind die Grundlage unseres materiellen Wohlstands (…) Diese Grundlage droht uns zu entgleiten“. (02)

Die Geschichte der Vergangenheit und das heterogene Gefüge der Gegenwart bleiben somit unhinterfragt. Von den möglichen Auswirkungen auf die Zukunft sei erst gar nicht die Rede. Der Mangel an Reflexionsfähigkeit trägt Früchte. Ob die Katze lebt oder tot ist, die Frage fällt für viele vollkommen unter den Tisch. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Glaube an die „gute Wahrheit“. Mit der „schlechten Wahrheit“ möchten sich die Allerwenigsten befassen.

 

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Ein Meinungsbild

von

Dr. Hermann Bergmann

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Im Zusammenhang mit dem verschärften Feindbild gegenüber der Russischen Föderation und weiteren Sanktionen gegen diese geht es der deutschen Wirtschaft allerdings so schlecht, dass die Schwarz-Rote-Koalition in Berlin – bedingungslos unterstützt durch die etablierten Medien - nunmehr immer vehementer zur „Kriegstüchtigkeit“ aufruft. Mit der Folge, dass nun auf allen Ebenen aufgerüstet wird. Die gigantischen Ausgaben hierfür muss der Steuerzahler aufgrund des „Sondervermögens“ wuchten. (03) Die Kürzungen bei den Renten und Gesundheitsleistungen (04) sind nur die Vorboten von dem, was noch kommt. Demnach stehen die Zeichen auf Krieg. (05)

 

Kriegswirtschaft und Wertschöpfungsproblem

Der Aufruf zu Militarisierung ertönt von allen Seiten der Medienlandschaft. Begleitet von vielen Claqueuren, die immer noch nicht wissen, auf welche Zeiten Deutschland wirklich zusteuert. Hierbei wird allerdings das Wort „Kriegswirtschaft“ vermieden. Aber genau dahin steuert Deutschland nun zu. Der Russe wird Deutschland 2029 angreifen, heißt es gebetsmühlenartig. Zum Entsetzen der meisten Bürger. Ein Szenario, welches von den US-amerikanischen Geheimdiensten und vielen anderen international erfahrenen Experten gar nicht erst geteilt wird. (06)

Produziert werden nun zunehmend Exportwaffen, welche streng ökonomisch betrachtet keine Wertschöpfungsgüter darstellen. Die einzig positive Bilanz ist die der Arbeitsplätze im Rüstungsbereich. Nun sind auch deutsche Schiffs- und Autobauer und v.a. auf diesem Weg. Wenn diese Unternehmen nicht einfach dichtgemacht werden wollen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als kurz oder langfristig diesen Kurs einzuschlagen, um dann zu Waffenschmieden auf Steuerzahlerkosten zu werden. Was z.B. aktuell das angeschlagene Osnabrücker VW-Werk betrifft, so scheint nach Meinung des VW-Konzernchefs Blume eine Beteiligung der Rüstungsindustrie die einzige Zukunftsperspektive zu sein. (07) Was auch sonst?

Aber bereits hierzu melden sich kritische Stimmen. Diesmal aus Katar, mutmaßlich vorgetragen von VW-Aufsichtsratsmitglied Dr. Hessa Sultan al Jaber. Offenbar hält er den Einstieg eines israelischen Rüstungskonzerns aufgrund geostrategischer Differenzen für äußerst problematisch. (08) Inzwischen wird darüber geredet, dass der Einstieg des israelischen Rüstungskonzerns Rafael Advanced Defence Systems vor dem Scheitern steht. Doch gleichzeitig heiß es auch: „Insider bestreitet Veto aus Katar gegen Auftrag aus Israel für Werk in Osnabrück“. Daher verspricht die sozialdemokratische Aktion des Niedersächsischen Ministerpräsidenten auch weiterhin Erfolg. Aber wie lange noch?

Über die wirtschaftlichen Aspekte hinaus, bleibt ergänzend anzumerken, dass viele Vertreter von Menschenrechten diese optionale Gemengelage nur noch mit Kopfschütteln kommentieren, wobei „(…) Volkswagen eine Neuordnung seiner Geschäfte in der chinesischen Region Xinjiang [prüft]. Hintergrund sind Berichte über mögliche Menschenrechtsverletzungen“. (09)

 

Verbrenner-Aus: Aus für Tausende von Arbeitsplätzen

Mit dem Wegfall der preisgünstigen Energie, dem unkritischen Bekenntnis der Autoindustrie zum Verbrenner-Aus 2036 (10) und der unbefriedigenden Revision dieses Klimaziels mit Placebo-Effekt (11) stehen nun Hunderttausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Davon hart betroffen die VW-Branche. So kündigt VW-Konzernchef Oliver Blume die mögliche Schließung von Produktionsstandorten. Auch das Audi-Werk in Neckarsulm könne betroffen sein. Weltweit stünden bis zu 100.000 Stellen zur Disposition, doppelt so viele wie bisher geplant.

Laut weiterer Pressemeldungen werden es eher 120.000 oder mehr sein, (12) Konkret seien vier Werke des Konzerns in Deutschland von Schließung bedroht: Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm. (13)

Laut Blume gebe es angeblich „intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen“. In diesem Fall ist ein Sparpaket gemeint, welches anscheinend darauf abzielt, die Löhne zu kürzen, die Wochenarbeitszeit auszudehnen und die Arbeitgeberrechte zu stärken. Das nach dem Merzschen Mantra: „Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten. Mit Viertagewoche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können.“ (14) Also: „Die faulen Deutschen müssen mehr arbeiten“. (15) Vielleicht sollte nach Meinung einer großen Mehrheit das soeben verwendete Wort „Wohlstand“ durch „Kriegstüchtigkeit“ oder auch „Militarisierung“ ersetzt werden, dann wäre wenigstens die aufgeschäumte Realitätsferne zur schleichenden Deindustrialisierung Deutschlands beseitigt. (16)

 

Die „Eiserne Lady“

Erinnert sei an Deindustrialisierungs-Kampagne der britischen Premierministerin Maggie Thatcher, bekanntgeworden als „Eiserne Lady“. Ihre Wirtschaftspolitik läutete in den 80-er Jahren „Das brachiale Ende des Wohlfahrtsstaats“ ein. (17) Wie heute bekannt, führte diese zur Verarmung und Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten in Großbritannien, (18) wobei in heutigen Tagen der Brexit als Begründung dieses Zustandes herhalten muss. (19) Mehr Geschichtsklittung und Unwissen geht nicht!

Es ist wirklich nicht ganz von der Hand zu weisen, dass Deutschland – wenn auch sehr verspätet – trotz aller zu erwartenden Proteste unter Schwarz-Rot – nunmehr den Weg nach dem Vorbild Maggie Thatchers gehen wird. Würde Deutschland nach diesem Vorbild dann etwa von einem Industrie- zu einem Finanzkomplex mutieren? Letzteres zumindest verspricht gewaltige Margen für nur Wenige.

 

Milliarden für Aktionäre – Stellenabbau und längere Arbeitszeiten

Wären da nicht die Kommunalwahlen 2026 und die Landtagswahlen 2027, die die Befindlichkeiten der Niedersächsischen Politik nun erneut zum Leben erwecken. In Hannover regieren bekanntlich die Roten mit den Grünen, wobei die Grünen in Wahlumfragen mit 12 Prozent eher abgeschlagen wirken und sich die SPD mit der CDU ein Duell auf Level 25 liefert. (20) Die Besonderheit der SPD liegt darin begründet, dass Stephan SPD-Ministerpräsident Weil im April 2025 seine Amtsgeschäfte dem designieren SPD-Ministerpräsidenten Olaf Lies übergeben hat. (21) Nun muss sich Olaf Lies bis zur Landtagswahl 2027 positionieren, was ihm bekanntlich nicht leicht fallen wird. Schließlich ist die Bundes-SPD in der Regierung zusammen mit der Union dabei, die in den vergangenen Jahrzehnten hart erkämpften Errungenschaften der Gewerkschaften einfach in die Tonne zu kloppen. Ohne Umschweife beschrieben mit dem Slogan: „Milliarden für Aktionäre – Stellenabbau und längere Arbeitszeiten für Beschäftigte“. (22) Ein Meinungskommentar beschreibt die Krise von Volkswagen zutreffend mit dem Hinweis, dass die fetten Jahre nie wiederkommen werden. Gleichzeitig wird dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Lies Realitätsverweigerung vorgeworfen, da er sich für moderate Sparmaßnahmen bei VW ausspricht. (23)

 

Die Massen und deren Liebling

Olaf Lies konnte sein Amt als Ministerpräsident also nur in den denkbar schlechtesten Zeiten, wobei die Umfragewerte der SPD-Bundespartei mittlerweile zwischen 13 und 11 Prozent kontinuierlich in den Keller gehen. Zur Bundestagswahl 2025 waren es noch 15,4 Prozent. Dabei ist doch der erste Kriegsminister der SPD der angeblich beliebteste deutsche Politiker.

Frage: Wie kann das nur sein? (24) Antwort: Viele Menschen bevorzugen die phänomenologische Sichtweise.

Die Le Bonsche „Psychologie der Massen“ könnte das nicht besser verdeutlichen: „Die Masse ist nur wenig kreativ und vermindert intelligent (…) [Sie] denkt nicht logisch (…)“, heißt es dort. (25) Somit wurde die Meinung zur Beliebtheit eines SPD-Politikers u.a. durch den Einfluss des konkreten Umfelds bestimmt - z.B. auf der weichen Couch - und nicht im Dauerfeuer an der morastigen Front bei Schmutz, eisiger Kälte und zehrendem Hungergefühl, womöglich zwischen den Leichen der Kameraden. Die phänomenologische Sichtweise stellt die konkret erlebte Gegenwart – oft die mit hoch emotionaler Notierung - in den Mittelpunkt der kognitiven Strukturen, wobei diese die Vergangenheit, besonders aber die Zukunft nachhaltig ausblenden. Demzufolge wird der Verstand - und das ist die Natur der Sache - von instinktiven Reaktionen überlagert. Überlagert vor allem der mehrfach historisch belegte Grundsatz: „Am Ende kennen Kriege nur Verlierer“. (26)

 

Kampf gegen Sparpläne im Hochglanzformat

Der neue Ministerpräsiden von Niedersachsen, Olaf Lies, muss nun vor dem Hintergrund der zunehmenden Firmenpleiten in Niedersachsen die politischen Fäden in die Hand bekommen. Schließlich möchte er seine Chancen zur kommenden Landtagswahl 2027 optimieren. Letztendlich arbeitet er darauf hin, im Rahmen öffentlicher Wahlen zum ersten Mal zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden. Zuvor sollte die SPD ihr Patt mit der CDU nach oben ausbauen, was aufgrund der politischen Ausrichtung der Berliner SPD-Fraktion eigentlich unmöglich ist, aber aufgrund der CDU-Kanzlerschaft gute Aussichten hat. Die Katze ist im Jetzt also weder tot noch lebendig.

Nun ist Olaf Lies auch Mitglied im VW-Aufsichtsrat. „Lies weiß nur zu gut, dass sich Volkswagen und die Automobilindustrie insgesamt derzeit in einer kritischen Gesamtlage befinden“. Und er bekundet: „Werksschließungen sind keine Zukunftsstrategie“, während Konzernchef Blume „Alternativen zu Fabrikschließungen“ ins Spiel bringt, die „mit einem weitergehenden Sparpaket“ realisiert werden könnten. Das hieße – wie bereits angedeutet - Lohnkürzungen durch Ausweitung der Wochenarbeitszeit und langfristigen Stellenabbau. Wie nicht anders zu erwarten, stimmten die Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen gegen Blumes Alternativvorschlag. (27)

Nun aber droht Eskalation und Olaf Lies steht als SPD-ler selbstverständlich demonstrativ auf Seiten der Arbeitnehmervertreter. Somit heißt die Headline in einem von der Münsterländischen Tageszeitung veröffentlichten dpa-Artikel, garniert mit Anmerkungen der NOZ-Journalisten Grupe und Koch: „Ministerpräsident Lies und die Arbeitnehmer kämpfen gegen die Sparpläne des VW-Vorstands“. Der „Betriebsrat ist kampfbereit“ und Lies steht auf seiner Seite. (28)

Bekanntlich verderben viele Köche den Brei. Die Münsterländischen Tageszeitung lenkt den Blick – wie hinlänglich bekannt – stets in Richtung der Sozis und deren Ortsfürsten, also der derzeitigen und potenziellen SPD-Kandidaten. In Fachkreisen spricht man von „Nudging“. (29)

Es muss daher davon ausgegangen werden, dass das Szenario der „drohenden Eskalation“ einem gewissen Framing geschuldet ist, das den SPD-ler Lies als Heilsbringer im Hochglanzformat verkaufen möchte. Dieses Framing unterschätzt aber die politische Erfahrung und das politstrategische Kalkül des derzeitigen Ministerpräsidenten Niedersachsens gewaltig. Die unterstellte Realitätsverweigerung von Lies ist ein Märchen. Möglicherweise gibt es mehr Wahrheiten hinter den Kulissen, als medial verbreitet. Doch das ist bisher nicht belegt.

Nichtsdestotrotz werden sich die folgenden Ausführungen weiter kritisch mit diesem medialen Hochglanzformat beschäftigen. Gerade auch deshalb, weil die medial verkaufte Strategie des politgewerkschaftlichen Einsatzes zur Rettung der VW-Standorte wenig stimmig erscheint. Denn intern kennt die Politik nur die Trennung zwischen Raum und Zeit.

 

Kampfbereitschaft womöglich ohne Strategie

Allein wenn man sich klar machen will, welche Strategie Lies zur Erhaltung des VW-Standortes Deutschland vorschwebt, bleibt ein sinnvollen Ansatz im MT Artikel hierzu verborgen. Beim Lesen des Artikels ist nichts darüber zu lesen, welche wirtschaftlichen Aspekte für den Erhalt der VW-Werke sprechen. Stattdessen wird die Kampfbereitschaft von Aufsichtsratsmitglied Lies und Betriebsrat herausgestellt. Dieser Kampf liefe ins Leere. Nicht erwähnt die Aussage des Ministerpräsidenten, dass eine „überarbeitete Chinastrategie“ braucht, um die Automobilstandort wieder auszulasten. Es geht um den Ansatz, offen zu diskutieren, „(…) ob VW mit Chinesen auch in Europa zusammenarbeiten könnte“. (30)  Eine solche offene Diskussion wäre wohl nicht gewollt. Schließlich wurde das westliche Feindbild China bisher sorgsam gepflegt. Ökonomisch reduziert auf Chinaschrott. (31) Eine Abkehr dieses Denkens ist nicht Sicht. Auch wenn es Deutschland zukünftig sehr schaden wird.

 

Ökonomischer Realitätsverlust?

Bleibt man allerdings bei den mittelbaren Hinweisen des geframten MT-Artikels, so stößt man auf weitere Widersprüche: Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG setzt sich aus insgesamt 20 Mitgliedern zusammen. Auch der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil, die derzeitige Kultusministerien von Niedersachsen, Julia Willie Hamburg, oder auch Rita Beck, stv. Vorsitzende des Betriebsrats der AUDI AG Werk Ingolstadt, Harald Buck, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, und Matias Carnero Sojo, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der SEAT, S.A., und Dr. jur. Ferdinand Oliver Porsche, Vorstand der Familie Porsche AG Beteiligungsgesellschaft, gehören dazu. (32)

Somit sind politische, gewerkschaftliche und wirtschaftliche Interessensvertreter im erweiterten Bereich der Automarken vertreten. Dass nun ausgerechnet SPD Ministerpräsident Olaf Lies als politischer und gewerkschaftlicher Fürsprecher der VW Standorte medial so herausgehoben in Erscheinung tritt, und nicht z.B. die Aufsichtsräte Willie Hamburg (GRÜNE) oder Stephan Weil (SPD), gibt zu denken. Für Lies scheint laut Medien die ökonomische Realität offenbar keine Rolle zu spielen. Also doch Realitätsverlust? Wenn es nach dem Artikel der Münsterländischen Zeitung geht, (33) dann sollte die Antwort JA heißen. Dieser Realitätsverlust hätte demnach ein politisches Vorbild und dieses heißt Gerhardt Schröder. Doch hierbei handelt es sich weniger um einen Realitätsverlust, als vielmehr um eine perfide Politstrategie, die im Folgenden als Holzmann-Masche beschrieben wird.

 

Wahlwerbung versus Ökonomie

Die Philipp-Holzmann-AG war lange Jahre nach ihrer Gründung im Jahr 1849 ein erfolgreiches Bauunternehmen in Frankfurt (Main) mit zuletzt 28.000 Angestellten, davon 18.000 in Deutschland. Durch unentdeckte Altlasten wurde im Jahr 1999 eine Überschuldung des Unternehmens von 2,4 Milliarden DM festgestellt. Verhandlungen mit diversen Banken über Überbrückungskredite scheiterten. Der von 1998 bis 2005 amtierende SPD-Bundeskanzler Schröder und vormaliger Niedersächsische Ministerpräsident bot Hilfe an und verkündete 1999 ein Rettungspaket. Das Paket sah Übergangskredite der Banken von einer Milliarde DM und einer Bürgschaft des Bundes von 250 Millionen DM vor. Letztere wurde allerdings nie beansprucht. Das Rettungspaket scheiterte, nachdem zunehmend Bauaufträge ausgeblieben waren und die Banken weitere Kredite verweigerten. All dies führt am 21. März 2002 zur endgültigen Insolvenz der Philipp Holzmann AG. (34) Am Ende ging es um den Verlust von nur noch 10.000 Arbeitsplätzen.

 

Wahlkampf im Quantenraum: Schröders Katze

Schröders beispiellosen Aktivitäten zur Rettung des Holzmann-Unternehmens erfolgten somit in den Jahren von 1999 bis 2002. Seine Wiederwahl als Bundeskanzler war dem 38,5 Prozent-Erfolg der SPD geschuldet. Dieser Erfolg war u.a. auf seinen Einsatz für die Arbeiter der Holzmann-AG zurückzuführen. Er galt demnach als echter Sozialdemokrat, dem der Schutz von Arbeitnehmern zugeschrieben wurde. Die SPD lebte auf. Nach der Verkündung der hochumstrittenen Agenda 2010 jedoch verließen ihn die Wähler. 2005 stellte Schröder die Vertrauensfrage, (35) verlor sie und nach den vorgezogenen Wahlen wurde Angela Merkel die neue Bundeskanzlerin mit dem Parteibuch der CDU, wobei die einstmals lebendige SPD mit nur noch mit 34,5 Prozent punkten konnte und damit faktisch tot war. Aktuell beträgt der SPD-Zustimmungswert nur noch 12,4 Prozent. Somit hat sie endgültig ihr Mandat für eine Volkspartei verloren. (36) Die Union erhielt damals 35,2 Prozent. Heute lieget ihr Umfragewert bei 21,5 Prozent, hinter der AfD mit 27,3 Prozent. (37) Schröders Katze war demnach sowohl lebendig als auch tot. (38) Wenn auch – anders als bei Schrödinger - sukzessiv.

 

Brut der Windeier

Ob dem derzeitigen Ministerpräsidenten von Niedersachsen klar ist, dass der damalige SPD Bundeskanzler mit seinem Einsatz für den Erhalt von Arbeitsplätzen ein ökonomisches Windei bedient hat, kann mit JA beantwortet werden. Schröders lebendiger Einsatz war dagegen ein totbringender Gesinnungsakt im Fadenkreuz der Arbeiterpartei. Denn nach der Wiedervereinigung war die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland besonders hoch. (39) Somit konnte und wollte Schröder ein typisches Markenzeichen der SPD setzen. Auch wenn es bei Holzmann nur um 10.000 Arbeitsplätze ging. Dass sich die Lage später entspannte, lag nicht nur an Schröders Agenda 2010, welches Deutschland zum größten Niedriglohnsektor der EU erhob, sondern auch an der modifizierten Ermittlung dieser Quote. Hierbei fielen u.a. nicht Vermittelbare, schwer Vermittelbare oder nicht Gemeldete – speziell saisonal arbeitslose Saisonarbeiter – unter den Tisch. (40) Die Agenda stahlte somit im grellen Licht der Medien.

Aktuell dürfte Lies diesen historischen SPD-Gesinnungsakt in zweiter Auflage bedienen. Nur gilt die SPD nicht mehr als Arbeiterpartei. Unterstrichen durch die Schwarz-Roten Reformen unter dem Arbeitstitel „Wir wollen Deutschland wieder flottkriegen“ (41) Und es geht auch nicht mehr um den Abbau von-nur 10.000 Arbeitsstellen, sondern um die drohende Rezession der Autoindustrie, also um den Abbau von weit mehr als 100.000 Stellen in Deutschland. (42) U.a. ist die Rede von einer Verlagerung der Autoproduktion nach Ungarn. (43) Des Weiteren darf angenommen werden, dass in Zukunft auch der Produktionsstandort Ukraine angedacht wird, dem angeblich zukünftigen EU-Mitglied und mithin dem korrupten Armenhaus Europas, in dem wohl Niedrigstlöhne die besten Chance haben. Aber zunächst müsse der Russe besiegt werden.

 

Auf dem Weg in die Planwirtschaft

Was Herr Lies in Hannover verkündet, kommt nicht nur bei den VW-Mitarbeitern gut an, sondern auch bei denen der Meyer-Werft in Papenburg. Diese Werft ist nach ihrer Insolvenz bekanntlich zu 80 Prozent in staatlicher Hand. (44) Durch einen Großauftrag konnten dort Arbeitsplätze gesichert werden. „Bei dem derart abgesicherten Großauftrag handelt es sich um neue Kreuzfahrtschiffe für die Schweizer Reederei MSC Cruises (…) [Eine] Auslastung [ist] bis 2035 geplant“, die aber nur greift, wenn der Wohlstand nicht weiter einbricht. Über die genaue Höhe der Garantien, die der Steuerzahler zu tragen hat, wurde zunächst nichts bekannt. (45) Auch nicht darüber, dass sich hierbei um ein planwirtschaftliche Vorgehen nach dem Wirtschaftsmodell Chinas u.a. handeln könnte. Mit „Freier Marktwirtschaft“ jedenfalls hat das wenig zu tun. Der sterbenden Autoindustrie bleibt dieser Weg verschossen. Der Markt ist einfach zu groß. Somit ist nach politischem Willen einzig und allein der Weg zur Militarisierung offen. Hier läuft alles bestens. (46) Zumeist über eine gigantische Staatsverschuldung. Gegen die Gesetze der „Freien Marktwirtschaft“.

 

Nichts ist einfach vom Himmel gefallen

Ministerpräsident Olaf Lies hat seine Vorschläge zur Rettung der VW-Arbeitsplätze öffentlich gemacht. Laut Pressemeldungen stehen die Optionen eines möglichen China- und Israel-Deals auf der Kippe. Dennoch können Optionen im Wahlkampfmodus auch ohne substanzielle Grundlage noch Monate über Wasser gehalten werden. Nach Muster der Quantentheorie. Einem missbrauchten Ansatz der Politik. Und das nach dem Vorbild Gerhard Schröders, der mit der beschrieben Holzmann-Masche sicherlich Stimmen gewinnen konnte, um seine Wahl zum SPD-Bundeskanzler abzusichern, aber am Ende doch nichts für die Werktätigen erreicht hat. Die Betrogenen haben es ihm sicherlich nicht gedankt.

Doch die gegenwärtige Krise um VW und weitere Arbeitsplätze in anderen Branchen ist weitaus wuchtiger. Die deutsche Wirtschaft steht vor einem gigantischen Absturz. Vom Exportweltmeister zum Insolvenzverwalter. Und das nicht ohne Grund. Unbegrenzte Sanierungsversuche mit Steuergeldern sind finanztechnisch unmöglich. Kurzfristig kann zwar Hoffnung verbreitet werden, doch die wird schnell verpuffen, wenn klar wird, dass die freie Wirtschaft keinen Fuß mehr fassen kann. Und die Geschichte lehrt, dass dann Krieg angesagt ist.

Nichts ist einfach vom Himmel gefallen. Nur bei ehrlicher Reflexion über den Zustand der realen Gegenwart wäre ein besonnener Neuanfang möglich. Es gibt nur eine Wahrheit, keine gute oder schlechte. Aber vom „Kehren vor der eigenen Haustür“ ist man noch weit entfernt. Vielleicht wird SPD-Ministerpräsident Olaf Lies zusammen mit seinen Kollegen doch noch eine nachhaltige Lösung finden.

 

Quellenverzeichnis

(01) https://de.wikipedia.org/wiki/Schr￶dingers_Katze 

(02) MT, Bernd Luke, Der deutsche Bildungsnotstand, 18.07.26.

(03) https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderverm￶gen_Bundeswehr 

(04) https://www.der-paritaetische.de/themen/bereichsuebergreifende-themen/sozialkuerzungenstoppen/

(05) https://www.dbwv.de/aktuelle-themen/blickpunkt/beitrag/operation-ostflanke-2029-oder-frueher

(06) https://www.fr.de/politik/nato-general-sieht-derzeit-keine-angriffsabsicht-russlands-zr-94349353.html

(07) VW: Rüstung bleibt Option, 15.07.2026.

(08) https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/vw/artikel/bedenken-aus-katar-kauft-niedersachsen-das-vw-werk-in-osnabrueck-50936492

(09) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/vw-china-zwangsarbeiter-102.html

(10) https://www.europarl.europa.eu/topics/de/article/20221019STO44572/verkaufsverbot-fur-neue-benzin-und-dieselfahrzeuge-ab-2035-was-bedeutet-das

(11) https://www.swr.de/swraktuell/verzoegertes-verbrenner-aus-reaktionen-und-bedeutung-100.html

(12) https://www.bild.de/politik/inland/neue-details-zum-sparhammer-geheimpapier-von-vw-bis-zu-120-000-jobs-weg-6a4f62bca6db83ce8f123d29

(13) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vw-stellenabbau-plaene-oliver-blume-werksschliessungen-streik-li.3514952?reduced=true

(14) https://www.youtube.com/watch?v=jhikZCvd66I

(15) https://www.iwkoeln.de/presse/in-den-medien/michael-huether-sind-die-deutschen-faul.html

(16) https://agbsw.de/allgemein/gegen-das-gkv-beitragsstabilisierungsgesetz-gesundheit-statt-kriegstuechtigkeit/

(17) https://www.geo.de/wissen/margaret-thatcher--das-ende-des-wohlfahrtsstaates-30181446.html

(18) https://www.swr.de/swrkultur/wissen/margaret-thatcher-wie-die-eiserne-lady-grossbritannien-umkrempelte-das-wissen-2025-10-09-102.html

(19) MT, Die Sorgen sind geblieben der Frust auch, 22-06-26.

(20) https://dawum.de/Niedersachsen/

(21) https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Ministerpraesident-Stephan-Weil-tritt-zurueck-Olaf-Lies-soll-uebernehmen,weil3536.html

(22) https://kontrast.at/vw-mercedes-stellenabbau-gewinne/ 

(23) MT, Grupe, Fette Jahre kommen nie wieder, 09.07.26.

(24) https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/boris-pistorius-ist-der-114483666

(25) https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie_der_Massen

(26) MT, Otger Eismann läßt Zeitzeugen zu Wort kommen, 17.07.2026.

(27) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vw-stellenabbau-plaene-oliver-blume-werksschliessungen-streik-li.3514952?reduced=true

(28) MT, Jetzt droht die Eskalation des Konflikts, dpa/ Grupe/ Koch, 11.07.2026.

(29) https://de.wikipedia.org/wiki/Nudging

(30) https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/vw/artikel/chinesische-autos-in-vw-werken-lies-muss-man-diskutieren-50532129 

(31) MT, Meinung-PRIBYL, Wer billig bestellt bekommt auch billig, 30.05.2026.

(32) https://geschaeftsbericht2025.volkswagen-group.com/corporate-governance/mitglieder-des-aufsichtsrats-und-besetzung-der-ausschuesse.html

(33) MT, Jetzt droht die Eskalation des Konflikts, 11.07.2026.

(34) https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Holzmann

(35) https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/vertrauensfrage-gerhard-schroeder-2005-204182

(36) https://dawum.de/Bundestag/

(37) https://www.wahlrecht.de/ergebnisse/bundestag.htm

(38) https://de.wikipedia.org/wiki/Schr￶dingers_Katze 

(39) https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61718/arbeitslose-und-arbeitslosenquote/

(40) https://www.stern.de/politik/deutschland/arbeitslosigkeit--schlamperei-bei-der-behoerde--arbeitslosenzahl-soll-falsch-sein-8623844.html

(41) https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/reformen-rente-arbeitsmarkt-steuern-2445598 

(42) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/autobranche-vw-mercedes-bmw-100.htm

(43) https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-krise-in-deutschland-aufbruch-in-ungarn-mercedes-feiert-werkserweiterung-100.html

(44) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/meyer-werft-rettung-100.html

(45) https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/papenburg-bund-buergt-mit-milliarden-fuer-grossauftrag-der-meyer-werft,meyerwerft-156.html

(46) https://www.wiwo.de/politik/deutschland/nato-gipfel-in-ankara-das-sind-europas-milliarden-deals-fuer-ruestung/100238137.html