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Reinwaschung

 

Von wegen „Ironie des Schicksals“

 

AuffĂŒhrungsreife Inszenierung einer „Empörung“

 

HFB-18-06-07

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In der letzten Ausschusssitzung PLANEN-UMWELT-ENERGIE konnten sich die Zuhörer nur wundern. Kein Mitglied der Fraktion B90/DIE GRÜNEN war erschienen. Auch ein Vertreter sprang nicht ein wie in anderen Fraktionen sonst ĂŒblich. Hatte doch die nunmehr die nicht anwesende Fraktion den Antrag gestellt, auf den Natur-, Zier- und GrĂŒnflĂ€chen der Stadt Cloppenburg die Verwendung von Glyphosat zu untersagen. WĂ€hrend der Debatte wurde ausfallend hart gerungen. Zuvor gab es eine bemerkenswerte Premiere. Die Presse berichtete ĂŒber den kontroversen Meinungsaustausch und die auffĂŒhrungsreife Inszenierung der „Empörung“. Ein Bericht ĂŒber pures Theater mit eigenartigem Grundrauschen.

CLP-Antrag-GR-Glyphosat-18-01c

(1)

Und ja, man liest es richtig: In der Ausschusssitzung trĂ€gt die SPD-LINKS-Fraktion einen Antrag der GÜNEN-Fraktion vor. Eine politisch heikle Premiere im allzu bekannten Selbstzerstörungsmodus. Unheil kĂŒndigt sich an. Die CDU widerspricht.

Aber warum trĂ€gt gerade diese Fraktion vor und nicht die der CDU? Demonstrierten doch SPD-LINKS und CDU bisher eine unzertrennbare Zweisamkeit mit zweifelhafter Übereinstimmung. Oft auch mit demonstrativem Gebaren. Nun das: Fanfaren-KlĂ€nge gegeneinander. Zwei Fraktionen zeigen sich gegenseitig die Hörner. Zugleich geht die eine mit den GRÜNEN fremd. Zur Schau gestellt die unterschiedlichen Meinungen zum Einsatz von Glyphosat in der Stadt Cloppenburg.

Ist das der Anfang vom Ende einer Fraktionsehe? Getrieben durch eine Art Weltuntergangsstimmung? Sollte sich dieses BĂŒndnis demnĂ€chst wieder neu beleben? Vielleicht beim Thema SĂŒdtangente? Oder etwa zur BĂŒrgermeisterwahl im Jahr 2021? Wohl kaum! Zu unterschiedlich sind die verheimlichten Standpunkte zwischen HimmelsstĂŒrmern und Mutanten.

Aber ist es nicht erstaunlich, dass Moral und Anstand von denjenigen aufgeblasen werden, die der CDU selbst einen satten Vorsprung verschafft haben? Durch Zustimmung zum Wunsch (!) der CDU, die Besetzung der AusschĂŒsse von 13 Mitglieder auf 14 zu erhöhen? Und das in einer Zeit des Zerfalls der gemeinsamen Fraktion von SPD und LINKS? Plötzlich aber mit Aussicht auf Vorzeigeposten? Z.B. auf den des stellvertretenden BĂŒrgermeisters? Zuvor schadenfreudig verweigert von der CDU. Die Wahl in einer Art und Weise durchgepeitscht, die ihresgleichen suchte? Unter enormem Ansehensverlust. Kritik in Richtung Nutznießer? Nicht erlaubt! Diese wurde mit allen Mitteln bekĂ€mpft!

Nun kritisieren genau diejenigen das unsachliche Gebaren ihrer Gönner, die mit zweckdienlichen Vorzeigeposten hofiert wurden. Aber gerade dieses sollte ihnen seit Jahrzehnten bekannt sein. Stets im politischen Umgang mit der CDU. Nun ist die Abstimmung ĂŒber den Einsatz von Glyphosat verloren! Kein Wunder! Von wegen „Ironie des Schicksals“! WĂ€re es nicht ehrlicher, von einem weiteren Eigentor zu sprechen? Auch davon, dass Cloppenburg auf diese Weise nicht vorankommt?

Zu lesen ist vom Streit zwischen „Gerechten“ und „Gebildeten“. Aufgerieben zwischen Redaktion, Rathaus und Kirchturm. Zu lesen mit einer eigenartigen Fokussierung auf NebensĂ€chlichkeiten und persönliche Befindlichkeiten! Zum Zwecke der Reinwaschung, dessen Absicht nur diejenigen verstehen, denen das politische GedĂ€chtnis geblieben ist. Journalismus, dem das GedĂ€chtnis fehlt, ist kein QualitĂ€tsjournalismus. Letzteres aber braucht ein GedĂ€chtnis, um sich auf ZusammenhĂ€nge berufen zu können. Klienteljournalismus braucht es dagegen nicht, denn es wĂ€re Gift fĂŒr ihn.

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Quelle:

     (1) NWZ, umformatiert, 02.06.2018

 

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